Open Call

Mit dem Dystopie-Festival werden klangkünstlerische Positionen in einer Ausstellung zusammengeführt, die sich mit dystopischen Momenten sowohl unserer Zeit als auch einer imaginierten Zukunft auseinandersetzen.

Nicht nur in der Fiktion haben Dystopien in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen. Auch in der Realität häufen sich Anzeichen dystopischer Szenarien, ob in autoritär geführten Staaten, in der Bedrohung durch globale Internet-Konzerne, durch drastische klimatische Entwicklungen – oder ganz aktuell durch die Corona-Pandemie. Aber die Dystopie trägt immer auch den Keim der Utopie in sich, und sei es nur als Warnung, es nicht so weit kommen zu lassen – wie es uns zuletzt in der Corona-Zeit bewusst wurde, als Venedigs Kanäle wieder klar wurden wie auch der Himmel über Peking.

Berlin – Brasilien / 16. Okt. – 1. Nov. 2020

Nach der ersten Doppelausgabe des Festivals Dystopie Berlin-Istanbul (2018/2019) ist unser diesjähriges Gastland Brasilien. Neben Künstler*innen aus Brasilien laden wir dazu in einem Open Call Klangkünstler*innen aus dem europäischen Raum ein, neue oder existierende Arbeiten einzureichen, die sich mit dem Thema „Dystopie“ im weitesten Sinne auseinandersetzen.

Sound Art besitzt mit der Gestaltung von Atmosphären und der Bespielung von ungewöhnlichen Orten ein besonderes künstlerisches Potential, die Ambivalenz von Dystopie und Utopie sinnlich erfahrbar zu machen: in Klang gefasste dystopische Szenarien von Gesellschaft & Staat, von Natur & Klima, von Kognition & Kommu­nikation. Es können Szenarien sein, die je nach dem als dystopischer oder utopischer Entwurf aufscheinen, die auf ambivalent inter­pretierbare, weltumspannende Prozesse reagieren, wie Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel, ökonomische Disbalance sowie soziale, religiöse und ethnische Konfrontationen und die De- und Rekolonialisierungsaspekte mit einschließen. Durch den Fokus Brasilien bekommt das Festival seine aktuelle, politische Zuspitzung – die einzelnen Arbeiten müssen jedoch nicht darauf festgelegt sein sondern können jeweils aus ihrem eigenen Kontext heraus wirksam werden.

Mit dem Open Call möchten wir Klangkünstler*innen die Möglichkeit bieten, neue Arbeiten zu entwickeln, die auf diese dystopischen Anzeichen reagieren und sie in unterschiedlichen klangkünstlerischen Perspektiven zum Ausdruck bringen, wobei „klangkünstlerisch“ neben Klang auch visuelle, objekthafte und raumbezogene Mittel ausdrücklich mit einschließt. Aufgrund der unsicheren Lage hinsichtlich Corona bevorzugen wir installative Arbeiten.

Als Ausstellungsort dient die Alte Münze in Berlin-Mitte mit deren Keller- und Tresorräumen in sehr unterschiedlichen Größen. Daneben steht der Errant Sound Gallerieraum zur Verfügung und insbesondere der Weg zwischen diesen beiden Orten, am Ufer der Spree, wo klangkünstlerische Interventionen im öffentlichen Raum möglich sind (evtl. Genehmigung erforderlich). Sowohl für die Alte Münze wie auch für das Spreeufer sind ortsspezifische Arbeiten möglich, die auf die Historie, Situation und Raumatmosphäre eingehen.

Eine Begehung für Interessenten ist geplant für den 12.Juni, 12Uhr. Anmeldung unter: festival@errantsound.net (Treffpunkt vor dem Café The Greens / Haus 3 im Hof der Alten Münze).

Für Interessenten, die an einer Begehung nicht teilnehmen können, steht ein PDF mit Fotos zu Verfügung: Open Call -PDF-

In Brasilien lebende Künstler*innen werden für das Festival direkt eingeladen. Der Open Call richtet sich an Klangkünstler*innen, die in Europa leben. Klimagerechtes Anreisen mit dem Zug ist – wenn irgend möglich – vorzuziehen.

Das Festival möchte eine nachhaltige Kooperation mit der Brasilianischen Klangkunstszene etablieren und wir hoffen, in 2021 in Brasilien das Dystopiefestival fortsetzen zu können. Eine Auswahl der für Berlin 2020 produzierten Arbeiten wird dann in Brasilien gezeigt werden.

Jury Open Call

  • Jury – Leitung: Julia Gerlach (Akademie der Künste Berlin)
  • Laura Mello (Künstl. Leitung Dystopie Festival 2020)
  • Georg Klein (Künstl. Leitung Dystopie Festival 2020)
  • Prof. Alexandre Fenerich (Universidade Federal do Rio de Janeiro)
  • Prof. Kirsten Reese (Universität der Künste Berlin)
  • Mario Asef (Errant Sound Vorstand)

Honorar / Produktionsbudget

  • Ausstellungshonorar für existierende Arbeiten : 500€
  • Ausstellungshonorar für neue Arbeiten für das Festival : 1500€
  • Für Produktionskosten stehen durchschnittlich 1500€ zur Verfügung. Darin enthalten sind Kosten für die Herstellung, aber auch Kosten für gemietetes Equipment. Für ausgewählte Projekte wird anschließend eine genaue Kostenkalkulation erforderlich.
  • Transport-, Reise- und Aufenthaltskosten übernimmt das Festival.

Wie bewirbt man sich?

  1. Füllen Sie das Onlineformular (inkl. kurze Projektbeschreibung) aus hier
  2. Bitte senden Sie uns einen ausführlichen Lebenslauf und ein Portfolio mit 3 Ihrer neuesten Arbeiten als PDF (max. 10MB) an contact@dystopie-festival.net, sowie optional eine ausführliche Projektbeschreibung als PDF (max. 5MB).

Application deadline  1. Juli 2020  Apply now

Das Festival wird organisiert von Errant Sound e.V. und gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes sowie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.